Derzeit existieren offiziell rund 500 asphaltierte oder betonierte Rundkurse zur aktiven Motorsportnutzung weltweit und es bestehen einige hundert verschiedene internationale Rennserien. Zwar kämpfen manche Rennstreckenbetreiber um ihre finanzielle Existenz,

dennoch erfreuen sich viele Rennserien und Rennstrecken weiterhin an hohen Zuschauerzahlen und großer medialer Aufmerksamkeit. Aber hat ein Motorsport-Engagement eines Automobilherstellers spürbare Auswirkungen auf die Fahrzeugverkäufe?

Das Ziel des Technologietransfers und -fortschritt.

Die zahlreichen Motorsport-Events scheinen beim Großteil unserer Gesellschaft auf Akzeptanz oder sogar Begeisterung zu stoßen. Angesichts der ausführlichen und teils hitzigen Klima- und Umweltdebatten der vergangenen Jahre rund um das Automobil – entfacht und angetrieben durch die ökologisch-soziale Politik – ist dies für die Veranstalter und Teilnehmer zwar hoch erfreulich und unter öffentlichkeitspolitischen Gesichtspunkten immens wichtig, aber keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

Denn diese Akzeptanz ist das Ergebnis einer Entwicklung der Automobilhersteller in Gemeinsamkeit mit den Motorsportgremien, die seit Jahrzehnten die Gestaltung des Reglements mit dem Ziel des Technologiefortschritts ehrgeizig und aktiv übernehmen. Somit passen sie ihre eigene Außenwirkung nachhaltig und glaubwürdig an die aktuellen Rahmenbedingungen an.

Des Weiteren finden einige Technologien, die für den Rennsport entwickelt werden, Einzug in Serienfahrzeuge. So war zum Beispiel das Doppelkupplungsgetriebe eine Rennsportentwicklung von Porsche in den Achtzigerjahren – und auch die Hochleistungs-Hybridtechnologie wurde in den letzten Jahren im Motorsport entwickelt.

Motorsport als feste Säule des Marketings und der Außenwirkung eines Automobilunternehmens.

Doch lohnt sich der Aufwand einer Teilnahme bei den verschiedenen Rennen? Aus Gründen der Erprobung, denn nirgendwo kann man besser testen als unter den extremsten Bedingungen und Belastungen eines Langstreckenrennens, aber vor allem der Stärkung des Markenimages nehmen vor allem Sportwagenhersteller teil. Sportlichkeit ist dabei ein überwiegender Teil der Identität einer Sportwagenmarke.

Doch wie muss dieser Erfolg bei den einzelnen Rennen ausfallen, damit man diesen anschließend für Marketing-Kampagnen sinnvoll und glaubwürdig nutzen und ihn nach Außen kommunizieren kann? Im Sport – besonders im Motorsport – herrscht zum Einen allgemein die Problematik, dass ‚schon’ jeder Zweitplatzierte als Verlierer gilt und medial als solcher dargestellt wird, und zum Anderen, dass Siege schnell vergessen werden.

Langfristige Teilnahmen und wiederkehrende Siege.

Doch durch ein langfristig erfolgreiches Motorsportengagement kann ein Sportwagenhersteller seine Marke weltweit etablieren und sein Image als Fahrzeughersteller steigern.

Beispiel Porsche: in Folge der Aufteilung der verschiedenen Renneinsätze (Rallyes, Langstreckenrennen, eigene Rennklassen im Rahmen der DTM und Formel1) und der Kontinuität der Erfolge, dringt Porsche in alle notwendigen Bereiche vor, um Markenstärke aufzubauen und damit letztendlich den Kunden dazu zu bringen, sich für den Kauf eines Porsche Fahrzeugs zu entscheiden.

Zählt für Dich die Präsenz und die Erfolge einer Automarke im Motorsport, so dass Du Dich eher für die Fahrzeuge einer Marke interessierst, die im Rennsport erfolgreich ist?

 


Benjamin Brodbeck Publicist Automativ Guest Blogger BARE InternationalAutor: Benjamin Brodbeck @automativ

Benjamin Brodbeck ist 24 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.


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